Einblicke in die Welt von doctari

Häufig gestellte Fragen. Gern beantwortet.

Hier haben wir für Sie Fragen zusammengestellt, die uns im Laufe unserer Vermittlungstätigkeit immer einmal wieder begegnet sind. Vielleicht ist genau auch Ihre Frage dabei? Dann laden wir Sie ein, an dieser Stelle nach der Antwort zu stöbern. Nicht die richtige Antwort dabei? Dann kontaktieren Sie uns direkt.

Welche Unterlagen benötige ich, um mich in der Schweiz zu bewerben?

Für eine erfolgreiche Bewerbung erstellen wir für Sie ein professionelles Bewerbungsdossier. Je ausführlicher, desto besser. Für das Dossier benötigen wir folgende Unterlagen:

  • Tabellarischer Lebenslauf mit Foto
  • Ausbildungsurkunde
  • Weiterbildungsnachweise
  • Aktuelle Arbeitszeugnisse oder Kontaktdaten für mündliche Referenzen
  • Kopie des Personalausweises
  • Aktuelles Führungszeugnis

Gelten meine deutschen Urkunden und Abschlüsse auch in der Schweiz?

Seit dem 01.01.2018 ist die MEBEKO Anerkennung Voraussetzung für eine ärztliche Tätigkeit in der Schweiz. Die MEBEKO Anerkennung ist der Nachweis, dass Ihre im EU/EFTA Ausland absolvierte medizinische Ausbildung gleichwertig zur Schweizerischen Ausbildung ist. Haben Sie Ihre Ausbildung nicht in der EU/EFTA absolviert, melden Sie sich bei uns und wir beraten Sie individuell.
Sollten Sie sich für eine Anerkennung entscheiden, helfen wir Ihnen natürlich gerne bei der Beantragung.

Wie hoch sind die Steuern in der Schweiz?

Für Festanstellungen und temporäre Einsätze in der Schweiz werden Sie in der Regel auch mit deutschem Wohnsitz nur direkt in der Schweiz versteuert und profitieren so von den niedrigen Steuersätzen (Ausnahme: Grenzgänger. Wenn Sie grenznah an der Schweiz leben und in die Schweiz pendeln gelten andere Regelungen. Hierzu informieren wir Sie gerne in einem Gespräch.)

Sie haben netto durchschnittlich wesentlich mehr Geld übrig als bei einer vergleichbaren Tätigkeit in Deutschland!

Bis zu einem Aufenthalt von 5 Jahren, sind Sie in der Schweiz Quellsteuerpflichtig. Der Quellsteuerabzug umfasst in der Regel die Kantons- und die Gemeindesteuern, die direkte Bundessteuer sowie meistens auch die Kirchensteuer. Je nach Kanton und persönlicher Lebenssituation liegt der Steuersatz zwischen 10%-25%.

Wenn Sie in Deutschland leben und nur ab und an in der Schweiz arbeiten, wird Ihr Einkommen trotzdem nur direkt in der Schweiz besteuert. Das Schweizer Einkommen wird von der deutschen Steuer freigestellt und damit nicht noch in Deutschland besteuert. Allerdings wird das ausländische dem inländischen Einkommen hinzugerechnet, um den auf das deutsche Einkommen anzuwendenden Steuersatz zu ermitteln (Progressionsvorbehalt). Aufgrund der steigenden Steuerlast bei steigenden Einkommen steigt damit auch der Durchschnittssteuersatz. Mit dem aufgrund des ausländischen Einkommens erhöhten Durchschnittssteuersatz wird dann die Steuer (nur!) auf das deutsche Einkommen berechnet.

Was muss ich zu den Sozialabgaben wissen?

Egal ob Sie unbefristet festangestellt sind, oder einen temporären Einsatz in der Schweiz absolvieren: Sie und der Arbeitgeber bezahlen Sozialabgaben. Diese werden direkt von Ihrem Bruttolohn abgezogen, Sie müssen sich um nichts kümmern.

Die Vorsorge in der Schweiz beruht auf dem 3-Säulen-Konzept (gemäss BV Art. 111).

Die 1. Säule ist die staatliche Vorsorge, die 2. Säule ist die berufliche Vorsorge (kommt nur bei Verträgen mit einer Laufzeit von über 3 Monaten in Frage, oder bei Unterstützungspflicht gegenüber Kindern ab dem 1. Tag) und die 3. Säule ist die private Vorsorge.

Mit dem 3-Säulen-Konzept soll es möglich sein, im Alter, bei Invalidität und bei Tod für sich oder die Hinterbliebenen den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

Die 1. Säule

Die 1. Säule ist in der Schweiz die staatliche Vorsorge. Hierzu gehören:

  • die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV, 8,4%)
  • die Invalidenversicherung ( IV, 1,4 %)
  • die Ergänzungsleistungen (EO, 0,45%)

Zu diesen insgesamt 10,3% kommt noch der Beitrag an die Arbeitslosenversicherung (ALV) gemäss Tabelle hinzu.

Die Sozialbeiträge der 1. und 2. Säule werden wie in Deutschland je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen.

1. Säule der staatlichen Altersvorsorge

Die 2. Säule

Die 2. Säule ist eine berufliche Vorsorge (BVG / Pensionskasse).

Erfasst werden alle ArbeitnehmerInnen ab einem zusammenhängenden Einsatz von mehr als 3 Monaten oder bei Unterstützungspflicht gegenüber Kindern.

Die Beiträge bewegen sich je nach Alter des Arbeitnehmers und Vorsorgeeinrichtung des Arbeitgebers zwischen 7-22 % des sogenannten koordinierten Lohnes und werden je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Nach BVG zu versichern ist der Teil des Jahreslohnes von CHF 24‘885 bis und mit CHF 85`320 . Dieser Teil wird koordinierter Lohn genannt.
Liegt der Jahreslohn zwischen CHF 21‘330 und CHF 28‘440 wird der koordinierte Lohn auf CHF 3‘555 im Jahr aufgerundet.

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • bei Stellenwechsel innerhalb der Schweiz überweist die bisherige Vorsorgeeinrichtung die Austrittsleistung an die Vorsorgeeinrichtung des neuen Arbeitgebers.
  • bei einem Stellenwechsel zum Beispiel nach Deutschland muss die versicherte Person der Vorsorgeeinrichtung mitteilen, wohin die Austrittsleistung zu überweisen ist.
  • Sie können die Barauszahlung Ihres Freizügigkeitsguthabens beantragen, wenn dieses Guthaben weniger beträgt, als ein von Ihnen geleisteter Arbeitnehmer-Jahresbeitrag.

Die 3. Säule

Die Leistungen der freiwilligen individuellen Vorsorge (private Vorsorge) sollen es zusammen mit den Leistungen von 1. und 2. Säule ermöglichen, den bisherigen Lebensstandard auch nach der Pensionierung zu erhalten.

Das Gesetz fördert diese Vorsorgeform durch steuerliche Anreize, d.h. Sie können ihre Beiträge an die freiwillige Vorsorge bis zu einer bestimmten Höhe vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Diese 3. Säule kommt für temporäre Arbeitnehmende aus Deutschland nur in seltenen Fällen in Frage.
Haben Sie Fragen zum Thema Sozialabgaben? In einem persönlichen Gespräch beraten wir Sie gerne!

Wie funktioniert die Krankenversicherung in der Schweiz?

In der Schweiz trägt allein der Arbeitnehmer die Krankenversicherung, der Arbeitgeber ist daran nicht beteiligt. Daher muss der Arbeitnehmer initiativ eine Krankenversicherung suchen. Die Höhe der Krankenkassenbeiträge ist vom jeweiligen Versicherungsunternehmen und dem Kanton abhängig, nicht aber von der Höhe des Einkommens.

Arbeitnehmer aus Deutschland, die weniger als 3 Monate am Stück temporär beschäftigt sind, müssen sich nicht in der Schweiz krankenversichern, vorausgesetzt sie sind europaweit versichert. Bitte klären Sie Ihren Versicherungsstatus mit Ihrer Krankenkasse.

Gesetzlich in Deutschland versicherte Fachkräfte müssen eventuell Ihrer Krankenkasse nach Ende des Einsatzes gegebenenfalls den in der Schweiz verdienten Lohn mitteilen, da sich der Versicherungsbeitrag nach Einkommenshöhe berechnet. Sprechen Sie hierfür mit Ihrer Krankenversicherung.

Bei einer Tätigkeit mit einer Dauer von mehr als 3 Monaten muss sich der Arbeitnehmer aus Deutschland innerhalb der ersten 3 Monate bei einer CH Krankenversicherung grundversichern lassen. In Ausnahmefällen (z.B. temporäre Einsätze von 4 Monaten) kann man sich davon befreien lassen.

Brauche ich eine Unfallversicherung?

Die Unfallversicherung ist in der Schweiz für temporäre Einsätze und Festanstellungen unabhängig von der Vertragslaufzeit obligatorisch und wird vom Arbeitgeber abgeführt.

Für Arbeitnehmende mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 8 Stunden gilt darüber hinaus die Pflicht zu einer Nichtberufsunfallversicherung. Diese wird vom Arbeitnehmer getragen und macht je nach Beruf 1%-2,4% des Lohnes aus (Bemessungsgrenze 148`200.- CHF Jahreseinkommen). Die Kosten werden von Ihrem Bruttolohn direkt abgezogen.

Benötige ich eine Aufenthaltsbewilligung?

Für Angehörige der EU-25 Mitgliedstaaten sowie der EFTA-Staaten gilt die vollständige Personenfreizügigkeit (die Freiheit in einem anderen Land als dem Heimatland wohnen und arbeiten zu dürfen). Dies gilt konkret für Staatsangehörige folgender Länder: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Irland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowenien, Slowakische Republik, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern.

Für Staatsangehörige aus Bulgarien und Rumänien (EU-2) hat der Bundesrat per 1. Juni 2017 die Ventilklausel angerufen. Es gibt für EU-2 Staatsbürger 996 Aufenthaltsbewilligungen pro Jahr (Stand 14.08.2017). Betroffen davon sind Staatsangehörige der EU-2, die in der Schweiz mit einem Arbeitsvertrag länger als 1 Jahr oder unbefristeten eine Stelle antreten möchten sowie selbständig Erwerbende.

Kroatische Staatsangehörige profitieren seit dem 1. Januar 2017 ebenfalls vom Freizügigkeitsabkommen. Für sie gelten jedoch Übergangsbestimmungen.

Welche Art von Aufenthaltsbewilligung ist die Richtige für mich?

  • Online-Meldeverfahren
    Bei einer Erwerbstätigkeit bis zu 3 Monaten pro Kalenderjahr benötigen Bürgerinnen und Bürger der EU-25/EFTA keine Bewilligung. Mittels Online-Meldeverfahren muss die Aufnahme einer solchen Erwerbstätigkeit aber gemeldet werden. Diese Meldung wird entweder von uns oder von der Klinik vorgenommen. Kurzaufenthaltsbewilligung L EU /EFTA:
    Die Kurzaufenthaltsbewilligung L wird Personen erteilt, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit von mehr als 3 Monaten und weniger als einem Jahr ausüben. Die Gültigkeit der Bewilligung entspricht in der Regel der Dauer des Arbeitsvertrages.
  • Aufenthaltsbewilligung B EU/EFTA:
    Diese Aufenthaltsbewilligung wird Personen erteilt, welche eine Arbeitsbescheinigung für ein unbefristetes oder mindestens 12 Monate dauerndes Arbeitsverhältnis vorlegen. Die Aufenthaltsbewilligung ist fünf Jahre gültig und kann verlängert werden.
  • Grenzgängerbewilligung G EU/EFTA:
    Grenzgängern wird innerhalb der gesamten Grenzzonen der Schweiz die berufliche und geographische Mobilität gewährt. Für Bürger der EU-17 Staaten und der EFTA gelten seit dem 1. Juni 2007 keine Grenzzonen mehr. Diese können überall in der EU/EFTA wohnen und überall in der Schweiz arbeiten, Bedingung ist lediglich die wöchentliche Rückkehr an den ausländischen Wohnort. Die Grenzgängerbewilligung EU/EFTA ist fünf Jahre gültig, sofern ein Arbeitsvertrag vorliegt, der unbeschränkt oder länger als ein Jahr gültig ist. Wurde der Arbeitsvertrag für eine Gültigkeitsdauer von weniger als einem Jahr abgeschlossen, richtet sich die Gültigkeitsdauer der Grenzgängerbewilligung nach dem Arbeitsvertrag.
  • Niederlassungsbewilligung C EU / EFTA:
    Staatsangehörige der EU-17 und der EFTA erhalten diese unbefristete Bewilligung nach einem ordentlichen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren in der Schweiz. Angehörigen der übrigen EU-Staaten kann sie in der Regel erst nach einem ordentlichen und ununterbrochenen Aufenthalt von zehn Jahren erteilt werden. Zuständig für das Ausstellen der Bewilligungen sind die Kantone.

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