FAQ

FAQ

+ Welche Unterlagen benötige ich, um mich in der Schweiz zu bewerben?

Schweizer Kliniken erwarten vollständige Bewerbungsunterlagen.

Für Ärztinnen/ Ärzte: einen aktuellen tabellarischen Lebenslauf mit Foto, Approbationsurkunde, Facharzturkunde, Arbeitszeugnisse, Kopie des Personalausweises oder Reisepasses. Wir bitten Sie ausserdem, uns Ihr aktuelles Fortbildungszertifikat (z.B. das Punktekonto) und andere Weiterbildungsnachweise zukommen zu lassen.

Für Pflegefachkräfte: einen aktuellen tabellarischen Lebenslauf mit Foto, Ausbildungsurkunde, Weiterbildungsnachweise, Arbeitszeugnisse, Kopie des Personalausweises oder Reisepasses.

Lebenslauf: Sie sollten Ihren Lebenslauf so ausführlich wie möglich gestalten. Das bedeutet, dass Sie auch potentielle freiberufliche Einsätze am besten einzeln auflisten, im Idealfall mit dazugehörigen Referenzen. Sie können gerne bei uns eine Vorlage für Ihren Lebenslauf anfordern unter team@doctari.ch oder diesen auf unserer Homepage herunterladen.

Arbeitszeugnisse: Sollten Sie auf Grund Ihrer Freiberuflichkeit keine aktuellen Arbeitszeugnisse haben, wäre es hilfreich, wenn Sie uns Referenzen mitteilen könnten. Bewerber mit Arbeitszeugnissen oder Referenzen haben eine wesentlich höhere Chance auf eine erfolgreiche Vermittlung.

Wir bitten Sie, uns die Unterlagen als Kopie in guter Qualität per Mail oder per Post zukommen zu lassen. Je ausführlicher und ordentlicher die Unterlagen sind, desto höher ist Ihre Chance auf eine Vermittlung. Wir behandeln Ihre Unterlagen selbstverständlich streng vertraulich und leiten jegliche Bewerbung immer nur nach Rücksprache und mit Ihrem Einverständnis weiter.

+ Gelten meine deutschen Urkunden und Abschlüsse auch in der Schweiz?

Bei der Anerkennung von Ärztinnen / Ärzten und Pflegefachkräften gibt es einige Unterschiede.

Für die meisten Einsätze als Ärztin / Arzt in der Schweiz müssen Sie die Anerkennung Ihres Staatsexamens und gegebenenfalls Ihrer Facharzturkunde vom Bundesamt für Gesundheit vorlegen. Für Praxisvertretungen ist dies eine zwingende Voraussetzung, für temporäre Vertretungen und Festanstellungen an den Kliniken in vielen Fällen auch.

Zuständig für den Antrag auf Anerkennung ist die MEBEKO (Medizinalberufekommission). Gerne können wir Ihnen aber auch die entsprechenden Antragsformulare zukommen lassen. Um Fehler zu vermeiden, unterstützen wir Sie gerne.

Eine Anerkennung der ausländischen Pflegediplome ist nicht zwingend nötig, aber sinnvoll, da einige Kliniken ohne die Anerkennung weniger Lohn bezahlen. Für die Anerkennung ist nach wie vor das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) zuständig. In der Schweiz ist die Pflegeausbildung anders aufgebaut. Für Ihre persönliche Anerkennung stehen wir Ihnen daher gerne jederzeit beratend zur Seite. Bitte rufen Sie uns an +41 61 482 01 02.

Beantragen Sie die Bewilligung jetzt: Da im Normalfall die Bearbeitung zwischen sechs und zwölf Wochen dauert, kann es passieren, dass Sie aus diesem Grund kurzfristige Aufträge nicht bekommen. Eine bereits vorliegende Anerkennung erhöht die Chance für Aufträge gravierend!

+ Wie hoch sind die Steuern in der Schweiz?

Alle Schweizer Arbeitgeber sind unabhängig von der Vertragslaufzeit auf Grund der Regelung zur Quellenbesteuerung verpflichtet, die von Ihren ausländischen Arbeitnehmern geschuldeten Steuern direkt monatlich vom Lohn abzuziehen.

Der Quellsteuerabzug umfasst in der Regel die Kantons-und die Gemeindesteuern, die direkte Bundessteuer sowie meistens auch die Kirchensteuer.

Für Grenzgänger beträgt der Steuersatz immer bis zu 4,5%. Diese Abgabe wird im Heimatstaat vom Finanzamt angerechnet, so dass es zu keiner Doppelbesteuerung kommt.

Für alle anderen Aufenthalter sind die Steuersätze je nach Kanton und persönlicher Lebenssituation sehr unterschiedlich (5%-25%).

Gerne erheben wir Ihre Daten und erkundigen uns beim jeweiligen Kanton.
Das ausländische Einkommen wird von der deutschen Steuer freigestellt und damit tatsächlich nicht mehr in Deutschland besteuert. Allerdings wird das ausländische dem inländischen Einkommen hinzugerechnet, um den auf das deutsche Einkommen anzuwendenden Steuersatz zu ermitteln (Progressionsvorbehalt). Aufgrund der steigenden Steuerlast bei steigenden Einkommen steigt damit auch der Durchschnittssteuersatz. Mit dem aufgrund des ausländischen Einkommens erhöhten Durchschnittssteuersatz wird dann die Steuer (nur!) auf das deutsche Einkommen berechnet.

+ Was muss ich zu den Sozialabgaben wissen?

Die Vorsorge in der Schweiz beruht auf dem 3-Säulen-Konzept (gemäss BV Art. 111).

Die 1. Säule ist die staatliche Vorsorge, die 2. Säule ist die berufliche Vorsorge (kommt nur bei Verträgen mit einer Laufzeit von über 3 Monaten in Frage, oder bei Unterstützungspflicht gegenüber Kindern ab dem 1. Tag) und die 3. Säule ist die private Vorsorge.

Mit dem 3-Säulen-Konzept innerhalb der staatlichen, beruflichen und privaten Vorsorge soll es möglich sein, im Alter, bei Invalidität und bei Tod für sich oder die Hinterbliebenen den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

1. Säule der staatlichen Altersvorsorge

Die 1. Säule

Die sogenannte 1. Säule ist in der Schweiz die staatliche Vorsorge. Hierzu gehören:
die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV, 8,4%)
die Invalidenversicherung (IV, 1,4 %)
die Ergänzungsleistungen (EO, 0,5%)
Zu diesen 10,3% kommt noch der Beitrag an die Arbeitslosenversicherung (ALV) gemäss Tabelle hinzu.
Die Sozialbeiträge der 1. und 2. Säule werden wie in Deutschland je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen.

Die 2. Säule

Im Unterschied zur 1. Säule ist die 2. Säule eine berufliche Vorsorge (BVG / Pensionskasse).
Erfasst werden alle ArbeitnehmerInnen, die mehr als 3 Monate pro Jahr arbeiten oder Unterstützungspflicht gegenüber Kindern haben. Die Beiträge bewegen sich je nach Alter des Arbeitnehmers und Vorsorgeeinrichtung des Arbeitgebers zwischen 7-22 % des sogenannten koordinierten Lohnes. Der koordinierte Lohn entspricht immer 27.40 CHF pro Stunde. (Wenn Sie sich die Frage stellen woher die 27.40 kommen…. das ist die Schweiz.)
Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses haben Sie folgende Möglichkeiten:
bei Stellenwechsel innerhalb der Schweiz überweist die bisherige Vorsorgeeinrichtung die Austrittsleistung an die Vorsorgeeinrichtung des neuen Arbeitgebers.
bei einem Stellenwechsel zum Beispiel nach Deutschland muss die versicherte Person der Vorsorgeeinrichtung mitteilen, wohin die Austrittsleistung zu überweisen ist.
Sie können die Barauszahlung Ihres Freizügigkeitsguthabens verlangen, wenn dieses Guthaben weniger beträgt, als ein von Ihnen geleisteter Arbeitnehmer-Jahresbeitrag.

Die 3. Säule – private Vorsorge (freiwillig)

Die Leistungen der freiwilligen individuellen Vorsorge (private Vorsorge) sollen es zusammen mit den Leistungen von 1. und 2. Säule ermöglichen, den bisherigen Lebensstandard auch nach der Pensionierung zu erhalten. Das Gesetz fördert diese Vorsorgeform durch steuerliche Anreize, d.h. Sie können ihre Beiträge an die freiwillige Vorsorge bis zu einer bestimmten Höhe vom steuerbaren Einkommen abziehen. Diese 3. Säule kommt für temporäre Arbeitnehmer aus Deutschland nur in seltenen Fällen in Frage.

+ Wie funktioniert die Krankenversicherung in der Schweiz?

Im Bereich der Krankenversicherung gibt es wichtige Unterschiede zwischen der Schweiz und Deutschland.
In der Schweiz trägt allein der Arbeitnehmer die Krankenversicherung, der Arbeitgeber ist daran nicht beteiligt. Daher muss auch der Arbeitnehmer initiativ werden und sich selbst eine Krankenversicherung suchen.
Arbeitnehmer aus Deutschland, die weniger als 3 Monate am Stück temporär beschäftigt sind, müssen sich nicht in der Schweiz krankenversichern, vorausgesetzt sie sind europaweit versichert. Bitte klären Sie Ihren Versicherungsstatus mit Ihrer Krankenkasse.
Bei einer Tätigkeit mit einer Dauer von mehr als 3 Monaten muss sich der Arbeitnehmer aus Deutschland innerhalb der ersten 3 Monate bei einer CH-Krankenversicherung grundversichern lassen (nach Krankenversicherungsgesetz / KVG). In Ausnahmefällen kann man sich davon befreien lassen, gerne beraten wir Sie dazu.
Die CH-Krankenkassen bieten sowohl die Grundversicherung, das sogenannte Obligatorium als auch Zusatzversicherungen an.
Die Höhe der Krankenkassenbeiträge ist vom jeweiligen Versicherungsunternehmen und dem Kanton abhängig, nicht aber von der Höhe des Einkommens. Unter comparis.ch können Sie sich über die verschiedenen Tarife informieren.

+ Brauche ich eine Unfallversicherung?

Die Unfallversicherung ist in der Schweiz unabhängig von der Vertragslaufzeit ebenfalls obligatorisch und wird vom Arbeitgeber abgeführt. Für Arbeitnehmer mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 8 Stunden gilt darüber hinaus die Pflicht zu einer Nichtberufsunfallversicherung. Diese wird vom Arbeitnehmer getragen und macht je nach Beruf 1%-2,4% des Lohnes aus (Bemessungsgrenze 126`000.- CHF Jahreseinkommen).

+ Mit wie vielen Lohnabzügen muss ich rechnen?

Im Folgenden zeigen wir Ihnen die Lohnabzüge anhand eines konkreten Beispiels für einen temporären Einsatz mit einem vergleichbaren Stundensatz und einer vergleichbaren Tätigkeit, ausgehend von einer Ärztin oder einem Arzt (zum Beispiel Facharzt Innere oder Anästhesie), 40 Jahre alt, unverheiratet, ohne Kinder.

Gehaltsvergleich für einen Facharzt in Deutschland und in der Schweiz

+ Benötige ich eine Aufenthaltsbewilligung?

Für Angehörige der EU-25 Mitgliedstaaten sowie der EFTA-Staaten gilt die vollständige Personenfreizügigkeit (die Freiheit, in einem anderen Land als dem Heimatland wohnen und arbeiten zu dürfen). Dies gilt konkret für Staatsangehörige folgender Länder: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Irland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowenien, Slowakische Republik, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern.

+ Welche Art von Aufenthaltsbewilligung ist die Richtige für mich?

Online-Meldeverfahren
Bei einer Erwerbstätigkeit bis zu 3 Monaten pro Kalenderjahr benötigen Bürgerinnen und Bürger der EU-25/EFTA keine Bewilligung. Mittels Online-Meldeverfahren muss die Aufnahme einer solchen Erwerbstätigkeit aber gemeldet werden. Diese Meldung wird entweder von uns oder von der Klinik vorgenommen.
Kurzaufenthaltsbewilligung L EU /EFTA:
Die Kurzaufenthaltsbewilligung L wird Personen erteilt, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit von mehr als 3 Monaten und weniger als einem Jahr ausüben. Die Gültigkeit der Bewilligung entspricht in der Regel der Dauer des Arbeitsvertrages.
Aufenthaltsbewilligung B EU/EFTA:
Diese Aufenthaltsbewilligung wird Personen erteilt, welche eine Arbeitsbescheinigung für ein unbefristetes oder mindestens 12 Monate dauerndes Arbeitsverhältnis vorlegen. Die Aufenthaltsbewilligung ist fünf Jahre gültig und kann verlängert werden.
Grenzgängerbewilligung G EU/EFTA:
Grenzgängern wird innerhalb der gesamten Grenzzonen der Schweiz die berufliche und geographische Mobilität gewährt. Für Bürger der EU-17 Staaten und der EFTA gelten seit dem 1. Juni 2007 keine Grenzzonen mehr. Diese können überall in der EU/EFTA wohnen und überall in der Schweiz arbeiten, Bedingung ist lediglich die wöchentliche Rückkehr an den ausländischen Wohnort. Die Grenzgängerbewilligung EU/EFTA ist fünf Jahre gültig, sofern ein Arbeitsvertrag vorliegt, der unbeschränkt oder länger als ein Jahr gültig ist. Wurde der Arbeitsvertrag für eine Gültigkeitsdauer von weniger als einem Jahr abgeschlossen, richtet sich die Gültigkeitsdauer der Grenzgängerbewilligung nach dem Arbeitsvertrag.
Niederlassungsbewilligung C EU / EFTA:
Staatsangehörige der EU-17 und der EFTA erhalten diese unbefristete Bewilligung nach einem ordentlichen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren in der Schweiz. Angehörigen der übrigen EU-Staaten kann sie in der Regel erst nach einem ordentlichen und ununterbrochenen Aufenthalt von zehn Jahren erteilt werden. Zuständig für das Ausstellen der Bewilligungen sind die Kantone.